Dreamroads Catalunya – Motorradtour durch Katalonien und die Pyrenäen
Nicht der schnellste Weg. Der schönste Weg.
Mittelmeer. Vulkanland. Rote Felsen. Hochgebirgspässe. Sechs intensive Fahrtage für Harley-, Cruiser- und erfahrene Tourenfahrer, die Motorradreisen nicht einfach fahren, sondern erleben wollen.
Tausche Arbeitsklamotten gegen Motorradklamotten
Du stehst mitten im Leben. Beruf, Familie, Verantwortung, Termine – und meistens ist der Kalender voller, als einem lieb ist.
Genau deshalb gibt es diese Momente, in denen du die Arbeitsklamotten abstreifst, deine Motorradjacke überziehst und mit dem ersten Schlag des V-Twins etwas zurücklässt.
Nicht dein Leben. Nur den Alltag.
Auf einem Pyrenäenpass interessiert niemanden, was auf deiner Visitenkarte steht. Es spielt keine Rolle, ob du Unternehmer, Angestellter, Handwerker oder Familienvater bist. Auch das Preisschild am Motorrad entscheidet nicht darüber, ob jemand zu dir passt.
Entscheidend ist etwas anderes: die Leidenschaft fürs Motorradfahren. Gemeinsam an der nächsten Kreuzung warten. Umkehren, wenn im Rückspiegel plötzlich ein Scheinwerfer fehlt. Zusammen über eine großartige Straße lachen. Und nach 250 Kilometern mit staubiger Jeans beim ersten Bier sitzen.
Genau dafür steht Dreamroads Catalunya.
Kleine Gruppen. Unterschiedliche Menschen. Unterschiedliche Motorräder. Und für einige Tage dieselbe Straße vor uns.
Eine Tour verbindet Orte. Ein Roadtrip verbindet Menschen, Maschinen und Momente.
Sechs Tage. Sechs Welten. Eine außergewöhnliche Motorradtour.
Was Dreamroads Catalunya so außergewöhnlich macht, ist nicht ein einzelner berühmter Pass. Es ist der permanente Wechsel der Landschaften.
Am Morgen noch zwischen Weinbergen und Mittelmeer, wenig später auf einsamen Bergstraßen. Vulkanlandschaften wechseln mit jahrhundertealten Natursteindörfern, türkisfarbenen Stauseen und roten Felswelten. Am Ende führen uns die Straßen hinauf in das karge Hochgebirge der Pyrenäen.
Sechs Fahrtage – und beinahe jeden Tag das Gefühl, in einer anderen Welt unterwegs zu sein.
Wir sammeln dabei keine Pässe. Wir suchen Straßen, die eine Geschichte erzählen.
Wo die Pyrenäen ins Mittelmeer fallen
Hinter den Monts Albères erscheint irgendwann zwischen den Bergen ein schmaler blauer Streifen. Er wird größer – und plötzlich liegt das Mittelmeer vor uns.
An der Côte Vermeille verändert sich der Charakter der Pyrenäen. Felsige Berghänge reichen bis ans Meer, kleine Buchten und Fischerorte liegen zwischen terrassierten Weinbergen. Dazwischen windet sich die Straße immer wieder zwischen Fels und Wasser hindurch.
Collioure ist einer dieser Orte, an denen wir gerne den Motor abstellen. Das besondere Licht und die intensiven Farben lockten bereits Künstler wie Henri Matisse und André Derain an die katalanische Küste.
Wir suchen keine Motive für eine Leinwand. Wir suchen Kurven.
Und finden beides.
Hinter Cerbère überqueren wir beinahe unbemerkt die Grenze nach Spanien. Die Straße zieht weiter entlang der Küste Richtung Cap de Creus. Schroffe Felsen, niedrige Vegetation, Wind und das tiefblaue Mittelmeer bestimmen jetzt das Bild.
Auf dieser Motorradtour durch Katalonien beginnt spätestens hier das Gefühl, das uns in den kommenden Tagen begleiten wird: Der Alltag verschwindet langsam im Rückspiegel.
Die Hände spüren den V-Twin. In der Luft liegen Salz, Kräuter und warme Erde. Vor uns wartet die nächste Kurve.
Matisse suchte hier das Licht. Wir suchen Dreamroads – und finden beides.
Straßen aus Feuer – durch die Garrotxa
Vom Mittelmeer führt Dreamroads Catalunya zurück in die Berge. Die Straßen werden schmaler, der Verkehr weniger – und irgendwann verschwindet auch die letzte Eile.
Hinter Molló zweigen wir von den großen Verbindungen ab. Kurve für Kurve führt die Straße tiefer in eine Landschaft aus Wald, Fels und kleinen Tälern, bis zwischen den Bergen plötzlich Beget auftaucht.
Natursteinhäuser, enge Gassen, alte Brücken und die romanische Kirche Sant Cristòfol prägen das kleine Bergdorf. Ein Ort, an dem es leichtfällt, den Motor für eine Weile abzustellen.
Wenig später verändert sich die Landschaft erneut. Rund um Olot und die Garrotxa fahren wir durch eine Region, deren Boden von Vulkanismus geprägt wurde. Heute liegen Wälder, Wiesen und kleine Straßen über einer Landschaft, die vor langer Zeit durch Feuer geformt wurde.
Auf dem Motorrad nimmt man diesen Wechsel anders wahr als hinter einer Autoscheibe. Die Luft wird kühler. Es riecht nach Wald und feuchter Erde. Sonnenlicht fällt zwischen den Bäumen auf den Asphalt.
Und irgendwann passiert etwas, das sich nicht planen lässt:
Sobald der Kopf leer wird, steigt die Konzentration auf das Wesentliche – das Motorradfahren.
Blickführung. Bremspunkt. Schräglage. Gas. Die nächste Kurve.
Die Bewegungen werden selbstverständlicher. Mensch und Maschine wachsen langsam zusammen.
Genau hier beginnt für uns das, was eine Dreamroad ausmacht.
Wir suchen keine Lost Places. Meistens finden sie uns
Dreamroads entstehen nicht nur dort, wo die Straße besonders kurvig oder die Aussicht besonders spektakulär ist. Manchmal reicht ein Blick zur Seite.
Auf unserem Weg durch die östliche Serra del Cadí taucht bei Clot del Moro plötzlich eine gewaltige alte Industrieanlage am Berghang auf: die ehemalige Zementfabrik Asland.
Terrassenartig zieht sich der Komplex den Hang hinauf. Stein, Beton und rostige Industriearchitektur stehen zwischen grünen Bergen – eine Szenerie mit der Atmosphäre eines Lost Place.
Wo früher Menschen arbeiteten und Maschinen liefen, ist heute Industriegeschichte erhalten geblieben.
Solche Orte faszinieren uns. Nicht, weil wir verlassene Gebäude betreten wollen, sondern weil sie etwas über die Landschaft und die Menschen erzählen, die hier gelebt und gearbeitet haben.
Wir stellen die Motorräder ab, schauen einen Moment hinauf – und denken wieder an unseren Satz:
Wir suchen keine Lost Places. Meistens finden sie uns.
Dann starten die V-Twins wieder. Wenige Kilometer später gehören die Kurven erneut uns.
Durch Millionen Jahre – Felsen, Schluchten und türkisblaues Wasser
Je weiter wir nach Westen fahren, desto gewaltiger wird die Landschaft. Die Täler werden tiefer, die Felswände höher und die Entfernungen zwischen den Orten größer.
Über Coll de Jou und Coll de Boix erreichen wir Coll de Nargó. Die Region ist nicht nur ein großartiges Motorradrevier, sondern Teil einer Landschaft, in der Millionen Jahre Erdgeschichte sichtbar werden. Rund um Coll de Nargó und das Becken von Tremp wurden bedeutende Spuren aus der Zeit der Dinosaurier gefunden.
Aber auf dem Motorrad braucht es keine geologische Tafel, um zu spüren, dass sich hier etwas verändert.
Felswände steigen neben der Straße auf. Täler öffnen sich unvermittelt. Hinter einer Kurve leuchtet plötzlich ein Stausee grünblau zwischen den Bergen.
Über Sort und La Pobla de Segur führt unsere Route weiter durch die Pyrenäen. Der Asphalt ist nicht überall perfekt. Flickenteppich, Rollsplit und kleine Schotterbuchten gehören ebenso zu dieser Reise wie die großen, sauber gezogenen Kurven.
Genau das macht sie interessant. Hier fährt man nicht auf einer künstlichen Motorrad-Achterbahn. Man fährt durch eine echte Berglandschaft.
Bei einem Tankstopp stehen wir plötzlich vor Felsformationen, die Erinnerungen an Motorradreisen durch den amerikanischen Westen wecken.
Rötliche und graue Gesteinsschichten, kahle Flanken, darüber ein weiter Himmel – für einen Moment könnten unsere beiden V-Twins auch irgendwo in Utah oder Arizona stehen.
Nur dass vor uns kein amerikanischer Highway wartet.
Vor uns liegt die nächste Pyrenäenstraße.
Irgendwann fragt Martin über die nächste Pause nur noch:
„Ist es noch weit?“
Es ist einer dieser Momente nach Stunden im Sattel, in denen selbst die schönste Kurve kurz an Bedeutung verliert.
Wenig später stehen die Motorräder in Sopeira.
Unterhalb der hohen Berge liegt das Wasser ruhig zwischen den Felsen. Motorradjacke aus. Stiefel aus. Ab ins klare Wasser.
Keine Wellnesslandschaft. Kein Spa. Kein Programm.
Nur ein kleiner Badesteg, kühles Wasser, Berge – und anschließend Tapas.
Mehr braucht es manchmal nicht.
Hinter Sopeira wartet die Straße wieder.
Über Puente de Montañana zieht sie durch eine Landschaft, die erneut wie eine Filmkulisse wirkt. Fels, trockene Hänge und endlose Kurven begleiten uns bis nach Tremp.
Als am Abend die Motorräder vor dem Hotel verstummen und zwei kalte Estrella auf dem Tresen stehen, sind wir müde
Nicht vom Alltag.
Vom Erleben.
Um sechs Uhr morgens brennt die Urzeit
Noch vor dem Frühstück öffne ich die Vorhänge meines Hotelzimmers. Über den schwarzen Silhouetten der Berge beginnt der Himmel zu glühen.
Erst orange. Dann rot. Schließlich scheint der gesamte Horizont zu brennen.
Für ein paar Minuten stehe ich einfach nur am Fenster und schaue hinaus.
Gestern sind wir durch Landschaften gefahren, deren Geschichte Millionen Jahre zurückreicht. Heute liegen sie wieder vor uns.
Und irgendwo dort draußen wartet bereits die nächste Straße.
Von Tremp führt die Straße über Isona, den Coll de Faidella und den Coll de Bóixols wieder hinauf in die Berge.
Am Pass stehen einige Wanderer am Schild, während wir die Motorräder abstellen. Unser kleiner Vintage-Roadtrip-Aufkleber findet zwischen den vielen anderen Stickern seinen Platz. Schon kommen die ersten Fragen.
Wohin geht die Reise? Wie viel Hubraum hat die Harley? Wie alt ist die Moto Guzzi?
Deutsch, Spanisch, Englisch und schließlich Hände und Gesten – irgendwie funktioniert Motorrad immer.
Dann geht es weiter Richtung Solsona und hinein in eine Landschaft, die sich erneut verändert.
Die steinerne Kathedrale – durch die Serra del Cadí
Hinter Solsona wird die Straße wieder zu dem, weshalb wir hier sind.
Am Pantà de la Llosa del Cavall treffen türkisfarbenes Wasser und mächtige Felswände aufeinander. Die Straße folgt dem Stausee, verschwindet zwischen den Bergen und zieht uns Kurve für Kurve weiter hinein in die Landschaft.
Später steigen wir über kleine Straßen Richtung Serra del Verd und Serra del Cadí.
Und dann tauchen sie auf.
Rote Felsen.
Zwischen grünen Kiefern stehen sie wie Mauern und Türme über der Straße. Immer wieder halten wir an. Martin zieht das Handy aus der Tasche, macht noch ein Foto und lacht:
„Das muss ich alles in meinem Guzziclub zeigen.“
Wir fahren weiter. Kurve um Kurve.
Irgendwann muss man nicht mehr darüber nachdenken, was Hände und Füße tun. Blick, Gas, Bremse und Maschine finden ihren eigenen Rhythmus.
Mensch und Maschine wachsen zusammen.
Und plötzlich nimmt man die Umgebung intensiver wahr.
Den Geruch der Kiefern. Die warme Luft. Kräuter am Straßenrand. Das leichte Vibrieren des V-Twins in den Händen. Und den tiefen Auspuffschlag, der für einen Augenblick von den Felswänden zurückkommt.
Die Sinne werden schärfer, während der Kopf immer ruhiger wird.
Vielleicht ist genau das Motorradfahren.
Irgendwann braucht selbst die schönste Straße eine Pause.
In Tuixent stellen wir die Motorräder ab. Tapas, eine kalte Limonade und ein paar Minuten im Schatten.
Martin schaut noch einmal durch die Bilder auf seinem Handy. Wir sind erst seit dem Morgen unterwegs – und trotzdem fühlt es sich an, als hätten wir an diesem Tag bereits mehrere Landschaften durchquert.
Über La Seu d’Urgell führt uns die Straße anschließend Richtung Andorra.
Am Nachmittag frage ich Martin:
„Noch eine Dreamroad?“
Nach all den Kurven, Pässen und Felsen schaut er mich an:
„Kann man das alles noch toppen?“
Wir versuchen es.
Freiheit kann erstaunlich leise sein
Statt direkt nach Andorra la Vella zu fahren, biegen wir bei Sant Julià de Lòria noch einmal ab.
Die Straße steigt an. Mit jedem Höhenmeter wird der Verkehr weniger. Häuser verschwinden, der Wald rückt näher und schließlich öffnen sich grüne Wiesen unter schroffen Berggipfeln.
Nach diesem intensiven Fahrtag fahren wir plötzlich anders.
Ruhiger.
Nicht, weil die Straße weniger interessant wäre. Sondern weil es nichts mehr zu beweisen gibt.
Wir lassen die Motorräder laufen, folgen den Kurven und genießen die letzten Kilometer dieses Tages.
Kiefern ziehen vorbei. Kühler Bergwind kommt durch die geöffneten Visiere. Unter den Händen arbeitet der V-Twin.
Kein Termin. Keine Nachricht. Keine Familienlogistik. Für diesen Moment gibt es nur die Straße, die Motorräder und zwei Freunde irgendwo in den Bergen Andorras.
Freiheit kann erstaunlich leise sein.
Wenig später ist die Stille vorbei.
Wir rollen hinunter nach Andorra la Vella. Verkehr, Geschäfte, Menschen, Motorroller – nach den einsamen Bergstraßen der vergangenen Stunden fühlt sich die Hauptstadt beinahe wie eine andere Welt an.
Am Hotel beginnt die nächste Herausforderung: Wohin mit den Motorrädern?
Unsere Sorge quittiert die junge Frau an der Rezeption mit einem Lächeln:
„Hey guys, Andorra is safe!“
Am Abend finden wir abseits der vollen Einkaufsstraßen ein kleines italienisches Restaurant. Calamari, Käse, Gemüse, Insalata Caprese und ein Glas spanischer Rosé.
Ich will von Martin wissen, welche Straße ihm bisher am besten gefallen hat.
Er überlegt.
Eigentlich sei jeder Tag ein Highlight gewesen. Er müsse sich um nichts kümmern, sagt er. Route, Wetter und Tagesplanung seien vorbereitet. Er könne einfach hinterherfahren und genießen.
Ich frage noch einmal nach seinem persönlichen Favoriten.
Martin lacht:
„Ich bin total geflasht – einfach alles!“
Der letzte Pass – nicht der schnellste Weg zurück
Der letzte Fahrtag beginnt mit einer einfachen Entscheidung.
Die schnellste Verbindung zurück nach Foix kennen wir. Sie würde uns über die N20 relativ direkt Richtung Ax-les-Thermes führen.
Aber wir sind nicht sechs Tage durch die Pyrenäen gefahren, um am letzten Morgen plötzlich den kürzesten Weg zu nehmen.
Nicht der schnellste Weg. Der schönste Weg.
Also zeigen die V-Twins noch einmal bergauf.
Über Ordino gewinnen wir schnell an Höhe. Hinter uns bleibt das geschäftige Andorra la Vella zurück, vor uns erhebt sich die Bergwelt rund um den Pic de Casamanya.
17 Grad. Klare Bergluft. Wenig Verkehr.
Genau richtig für einen letzten langen Tag im Sattel.
Über den Port d’Envalira auf 2.408 Metern führt uns die Route noch einmal ganz hinauf. Danach wartet der Col de Puymorens.
Die Straße ist gut, die Kurven fließen – und nach sechs Fahrtagen brauchen weder Martin noch ich viele Worte.
Die beiden Motorräder könnten unterschiedlicher kaum sein. Moderne Road Glide auf der einen Seite, ältere Moto Guzzi California auf der anderen.
Doch inzwischen haben beide denselben Rhythmus gefunden.
Kurve für Kurve.
Hinter Mont-Louis verlassen wir die größeren Verbindungen wieder.
Kleine Straßen führen durch Wälder und über Hochflächen.
Der Verkehr verschwindet beinahe vollständig.
Am Col de la Llose stehen wir wieder dort, wo wir uns auf dieser Reise am wohlsten fühlen.
Motorrad. Berge. Straße.
Sonst nicht viel.
Bei Chez Pépino bleiben wir länger als geplant.
Freundliche Menschen, regionale Küche und diese besondere Ruhe, die man nur an Orten findet, an denen niemand versucht, einen möglichst schnell wieder vom Tisch zu bekommen.
Martin schaut über die Berge und sagt:
„Hier würde ich gerne noch einen weiteren Tag bleiben. Keine Hektik, Natur pur und super Essen.“
Ein Satz, den man eigentlich als Kompliment an die gesamte Reise verstehen könnte.
Über kleine Straßen folgen wir der Aude Richtung Mijanès.
Und dann wartet noch eine Überraschung.
Port de Pailhères.
Die Straße beginnt zu steigen. Kurven stapeln sich übereinander, die Vegetation wird spärlicher und die Aussicht immer weiter.
In einer der engen Passagen kommt uns ein Wohnmobil entgegen, das beinahe die gesamte Straßenbreite benötigt. Tempo herausnehmen, Linie korrigieren, vorbei.
Danach geht es weiter bergauf.
Oben am Pass zeigt das Schild 2.001 Meter.
Wir stellen die Motorräder ab. Die Hände sind warm, der Kopf voller Kurven.
Ein französisches Wanderpaar übernimmt unsere Kamera und macht das obligatorische Gipfelfoto.
Martin schaut noch einmal zurück auf die Straße, die wir gerade heraufgefahren sind.
Dann grinst er:
„Das war ja cooler als das Stilfser Joch.“
Die Abfahrt führt uns hinunter nach Ax-les-Thermes. Die Luft wird wärmer, die Berge rücken langsam auseinander.
Bei einem Café au lait erzähle ich Martin noch von ein paar Pässen, die ich für eine mögliche Verlängerung der Tour ausgekundschaftet habe.
Er hört sich das eine Weile an.
Dann reicht es ihm.
„Mehr geht nicht. Lass uns entspannt nach Foix fahren, eine Runde in den Pool, die Mopeds aufladen und danach schön in den alten Gassen essen gehen.“
Manchmal weiß der Mitfahrer besser als der Tourguide, wann eine Reise vollständig ist.
Am Abend sitzen wir wieder in den alten Gassen von Foix.
Die Motorräder stehen bereits verladen. Vor uns Risotto mit Garnelen und ein Glas Rosé.
Sechs Tage zuvor haben wir hier unsere Motorräder vom Anhänger gerollt. Damals lagen die Pyrenäen noch vor uns.
Jetzt liegen sie hinter uns.
Mittelmeer und Vulkanland. Regen und Sonne. Natursteindörfer und alte Industrie. Türkisfarbenes Wasser, rote Felsen und hohe Pässe. Menschen, die wir nur für wenige Minuten getroffen haben und trotzdem nicht vergessen werden.
Wir waren wegen der Kurven gekommen.
Doch hinter fast jeder Kurve wartete eine Geschichte.
Vielleicht ist das der Unterschied:
Eine Tour verbindet Orte. Ein Roadtrip verbindet Menschen, Maschinen und Momente.



























